In den unsicheren Zeiten des Spätmittelalters mussten Kirchen außer den Gottesdiensten eine weitere wichtige Aufgabe erfüllen: Die Abwehr von Feinden. So entstand nach und nach eine Anlage, die als Wehrkirche vor kriegerischen Angriffen Schutz bot.
Der quadratische Chorturm und das sich anschließende Langhaus entstanden wohl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, während die Wehrmauer in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts errichtet wurde.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Innenausbau der St. Oswald/ St. Martin Kirche vorangetrieben. Emporen wurden eingebaut.
Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche, wie viele Markgrafenkirchen dieser Zeit, einen Kanzelaltar, von dem in seiner ursprünglichen Form heute nichts mehr zu sehen ist.
Auch die erste Orgel kam 1715 hinzu.
Die ersten beiden Glocken wurden im 17. Jahrhundert angeschafft.
Mit dem Anwachsen der Möhrendorfer Bevölkerung wurde die Kirche als Pfarrkirche allmählich zu klein. Erst 1970 konnten die Pläne, eine neue Kirche zu bauen, umgesetzt und 1973 fertiggestellt werden (vgl. unsere Kirche St. Laurentius)

Seit der Renovierung der St. Oswald/ St. Martin Kirche, die von 1978 bis 1980 andauerte, wird sie vor allem als Friedhofskirche für Beerdigungen, zunehmend jedoch auch für Trauungen, Taufen und als Ort für geistliche Konzerte genutzt.
Nicht zu vergessen ist auch einer der Höhepunkte im Kirchenjahr: Die Osternacht, die frühmorgens in St. Oswald/St. Martin festlich begangen wird.

Vielen Bewohnern gilt diese wunderschöne Kirche bis heute zurecht als heimliches Wahrzeichen Möhrendorfs und als erhaltenswertes Kleinod inmitten einer sich rasant wandelnden Umgebung.

Quelle: Hacker, Hartmut, Die evangelische Kirchengemeinde bis 1970, in: Gemeinde Möhrendorf, Chronik der Gemeinde Möhrendorf, S. 200f., Möhrendorf 2007.
Bearbeitet von Pfr. Dr. V. Metzler 2019.

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